Die Hoffnung (Juli 2007)
Etwas über 10 Jahre meines bisher erfüllten Arbeitslebens habe ich noch vor mir. Die Umstände ließen es nicht zu, dass ich dieses in meiner ursprünglichen Heimat, in Düsseldorf wo ich 52 Jahre gelebt habe, zu Ende bringen durfte.
Im Jahr 2007 bin ich von Düsseldorf nach Kirchhain umgezogen (meine erste Frau ist Ende 2005 verstorben und ich habe hier meine jetzige Frau geheiratet und für eine neue Familie mit 2 minderjährigen Kindern die Verantwortung übernommen).
Die Schwierigkeiten auf dem hiesigen Arbeitsmarkt hatte ich unterschätzt, sie sind noch schlechter als ich damals vermutet habe. Dazu kam, dass ich der Generation 50+ angehöre und damit waren die Chancen gleich oder nahe NULL.
Als ich in der Oberhessischen Presse von einem von der Landesregierung aufgelegten Programm „Erfahrung hat Zukunft“ (EHZ) gelesen habe, meldete ich mich unverzüglich bei meinem Arbeitsvermittler (der von dem Programm noch nichts wußte) und bewarb mich sofort an einer Schule. Eine Woche später erhielt ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch an der Schule und bekam die Zusage.
Am 13. August 2007 begann ich hoffnungsfroh.....
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Anschließende (Mai 2009) unglaubliche Erlebnisse mit der Kreisverwaltung Marburg-Biedenkopf
Es hatte sich ergeben, dass sich während der Programmphase eine Verwaltungsmitarbeiterin der Schule im November 2008 innerhalb des Landkreises auf eine (höher dotierte) ausgeschriebene Stelle bewarb und diese auch bekam.
Da ich Buchhaltungskenntnisse besaß, mit Lieferanten verhandeln konnte, mich auch sonst in Verwaltungsaufgaben gut auskannte, den anderen Beschäftigten bei Hard- und Softwareproblemen zur Seite stand, bat mich der Schulleiter, der ja meine Qualifikation kannte und mit meinen bisherigen Leistungen hoch zufrieden war, ob ich die Tätigkeit der sich hat versetzenden Mitarbeiterin erst einmal übernehmen wollte.
Im Dezember 2008 wurde diese freie Stelle erst intern (worauf sich niemand bewarb) und danach extern ausgeschrieben. Ich habe mich unverzüglich beworben.
Als die Bewerbungsfrist abgelaufen war, wurde der Schulleiter in den Kreisausschuss bestellt um die vorhandenen Bewerbungen zu sichten und eine(n) geeignete(n) BewerberIn auszuwählen.
Da ich meine Arbeitsergebnisse immer zur vollsten Zufriedenheit aller Schulleitungsmitglieder abgeliefert habe, war es für den Schulleiter ein Ziel, mich auf diese Stelle zu bekommen.
Von 110 BewerberInnen blieben nach der ersten Vorauswahl 5 übrig.
Diese 5 (mit mir) sollten dann in einem zweiten Vorstellungsgespräch (Assessment Center) ihre Qualifikation beweisen.
Im Januar 2009 erhielt ich über meinen Schulleiter die Nachricht, der gesamte Bewerbungsvorgang wäre eingestellt worden.
Dem Kreisausschuss ist nun erst bekannt geworden, dass in der Schule eine Person beschäftigt ist, über dessen Existenz er gar nicht informiert war ( ist natürlich vollkommen an den Haaren herbeigezogen, ich hatte schon Kontakt zu Mitarbeiter des Kreises von Anfang an meiner Tätigkeit in der Schule als Servicekraft für Pädagogen, bezahlt vom Land Hessen).
Der Kreisausschuss merkte, dass es dem Schulleiter und der gesamten Schulleitung Ernst war damit, mich weiter zu behalten, nur jetzt als Verwaltungsangestellter.
Das Ende des Programms „Erfahrung hat Zukunft“ rückte immer näher und eine Anschlussbeschäftigung über dieses Programm hinaus scheiterte an der Unfähigkeit der Kultusministerin des Landes Hessen (sowie der gesamten FDP).
Ich erhielt vom Landkreis Marburg-Biedenkopf eine befristete Beschäftigung vom 06.05.2009 (das offizielle Programmende) bis zum 15.08.2009. Also drei Monate, in denen ich jeden Tag hoffte und bangte, dass ich diesen Arbeitsplatz behalten könne.
Jetzt fiel einem Mitarbeiter des Kreisausschuss ein, dass es im Kreis Auszubildende gibt, diese sollten nun auf freie Stellen im Landkreis weiterbeschäftigt werden.
Natürlich finde ich das eine gute Sache, wenn sich ein Arbeitgeber entschließt, Auszubildende in die er Geld investiert hat, nach erfolgreich bestandener Prüfung zu übernehmen.
Da ich selber jahrelang junge Menschen ausgebildet habe, weiß ich was das für ein Kampf mit der Geschäftsführung manchmal war, diese jungen Menschen nach ihrer Ausbildung im Betrieb zu halten.
Ich verschob meinen Urlaub um eine ausgelernte Auszubildende auf die für sie vorgesehene Stelle einzuarbeiten. Leider war diese Auszubildende mehr als unfähig und arbeitsunwillig. Das Aufgabengebiet hat sie schlicht und einfach überfordert. Sie meldete sich am dritten Tag auf längere Zeit krank. Zu guter Letzt kündigte sie sogar.
Ich lebte immer noch in der Hoffnung, eine wie auch immer zu schaffende Beschäftigung, meiner Qualifikation entsprechend, an der Schule zu erhalten.
Mein Schulleiter versuchte immer wieder mit den Verantwortlichen bei der Kreisverwaltung eine Lösung (auch für meine Weiterbeschäftigung) herbeizuführen, ohne Erfolg.
Die verantwortlichen Personen in der Kreisverwaltung sagten sinngemäß, wir als Schulträger entscheiden, wer in der Verwaltung arbeitet.
Schulleitungsmitglieder, die Personalratsvorsitzende der Schule, Schulelternbeiratsvorsitzende, mehrere Politiker sowie Ehemalige sprachen abwechselt bei dem Landrat, Herrn Fischbach oder bei dem Sozialdezernenten, Herrn Dr. McGovern, sowie dem Schulamt vor.
Alles ohne Erfolg.
Ein Verantwortlicher sagte einmal sinngemäß, da sich so viele Personen für mich bei der Kreisverwaltung eingesetzt hätten, da müsste ich eigentlich vier Stellen bekommen.
Die Agentur für Arbeit hätte eine Weiterbeschäftigung für 3 Jahre mit Geldmittel bezuschusst (im ersten Jahr mit 50% des Gehalts).
Weil sich einige Personen in der Kreisverwaltung in ihrer Eitelkeit verletzt fühlen, wurde mir der Zugang zu einer weiteren Tätigkeit verwehrt.
Der Personalratsvorsitzende des Kreises hatte eine mehr als beschämende Rolle gespielt. Ich habe von einem Arbeitnehmervertreter etwas anderes erwartet.
Inzwischen ist eine letzte der langjährigen Verwaltungsmitarbeiterinnen in Rente gegangen. Ich brauchte mich gar nicht erst zu bewerben, Es wurden zwei Teilzeitkräfte (an einer Ganztagsschule!!!!), die aus der Elternzeit zurückkamen eingestellt.
Das was meine Vorgängerin und ich auf dieser Stelle geleistet haben, dem wird hinter vorgehaltener Hand von vielen nachgetrauert.
Bei immer wiederkehrenden Treffen, zuletzt bei der Verabschiedung des stellv. Schulleiters im Februar 2011, wird mir meine hervorragende Arbeit und Einsatzbereitschaft gewürdigt und laufend bestätigt.
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